UPC_CFI_471/2023_Apr16 – Dish v Aylo
- Court
- Local Division Mannheim
- Date
- Outcome
- Denied
- Sector
- Other
- Decision Type
- PROCEDURAL
Expert Commentary
Further written submission Background Defendant requests to be allowed to file a further submission because in US proceedings concerning a related patent, the claimant gave a completely different meaning to two claim elements, which confirms what the defendant stated in its Reply. The JR 1. The JR refuses the request. 2. The JR repeats the criteria for a further submission: the Court has to take into consideration the circumstances of the case, the interests of the parties, and the interest of the Court in maintaining an orderly procedure. It is especially important whether the requestor could have made the statement earlier. It is up to the requestor to provide arguments for accepting the request. 3. In this case, these considerations lead to the following: a. The fact that a party gives a different claim interpretation in other proceedings is irrelevant, as a different interpretation in another case is not relevant for claim interpretation. b. Defendants have not made clear that they could not have made this argument earlier. Comment 1. Again (we have seen it before), this decision shows how important it is to have good coordination in international patent litigation. If you are a representative, you should ask your client whether the same or similar litigation is ongoing in the US or other non-UPC countries (or national proceedings), and ensure you know what is being said in those proceedings by both the other party and your own client with respect to claim interpretation. 2. The JR is technically right that what has been said in different litigation is not a means of claim interpretation. However, in practice, that is not (always) the way it works. If both parties defend different, yet plausible, claim interpretations, your defence is clearly less credible if, in proceedings concerning the same invention (a patent of the same family), you give — without good reason — the interpretation defended by the other party. 3. If the JR says this is all irrelevant and not admitted, why does he then describes in detail what is not admitted? He should have simply refused the request with a brief sentence. Now the three other judges also know about it, and in fact, the defendant has reached their goal: it is not officially in the proceedings, but all judges know, and the claimant cannot say anything about it. 4. Such a decision will trigger every representative who wants to raise an argument after the last written statement of the other side to file a request for a further written submission — and to describe the new argument in full detail in that request. 5. Of course, I am not a judge, and judges tell me that such inadmissible statements in no way influence their judgment. I want to believe them — but judges are (fortunately) also human beings! 6. Conclusion: if I had been the JR (which I am not, and am not qualified for), I would have decided as follows: “I note that you lodged a request which is in fact a further written statement in disguise for which you did not obtain permission. So your ‘request’ is ignored and, insofar as necessary, dismissed.”
Full Decision Text
1 Lokalkammer Mannheim UPC_CFI_471/2023 Anordnung des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts, erlassen am: 16/04/2025 betreffend EP 2 479 680 betreffend App_15082/2025 KLÄGERINNEN 1) DISH Technologies L.L.C. - 9601 South Meridian Boulevard - 80112 - Englewood - US vertreten durch Denise Benz 2) Sling TV L.L.C. - 9601 South Meridian Boulevard - 80112 - Englewood - US vertreten durch Denise Benz BEKLAGTE/ANTRAGSTELLERINNEN 1) AYLO PREMIUM LTD - 195-197 Old Nicosia-Limassol Road, Block 1 Dali Industrial Zo-ne - 2540 - Nikosia - CY vertreten durch Tilman Müller-Stoy 2) AYLO Billing Limited - The Black Church, St Mary’s Place, Dublin 7 - D07 P4AX - Dublin - IE vertreten durch Tilman Müller-Stoy 3) AYLO FREESITES LTD - 195-197 Old Nicosia-Limassol Road, Block 1 Dali Industrial Zo-ne - 2540 - Nikosia - CY vertreten durch Conor McLaughlin/ Tilman Müller-Stoy 2 4) AYLO BILLING US CORP. - 21800 Oxnard Ste 150 - 91367 - 7909 - Woodland Hills - US vertreten durch Tilman Müller-Stoy 5) BROCKWELL GROUP LLC - 19046 Bruce B. Downs Blvd #1134 - 33647 - Tampa - US vertreten durch Tilman Müller-Stoy 6) BRIDGEMAZE GROUP LLC - 12378 SW 82 AVENUE - 33156 - Miami - US vertreten durch Tilman Müller-Stoy STREITGEGENSTÄNDLICHES PATENT: Europäisches Patent Nr. EP 2 479 680 SPRUCHKÖRPER: Lokalkammer Mannheim MITWIRKENDE RICHTER: Diese Anordnung wurde erlassen durch den rechtlich qualifizierten Richter Böttcher als Berichterstatter. VERFAHRENSSPRACHE: Deutsch GEGENSTAND: Verletzungsklage – Antrag gem. R. 9.1 VerfO KURZE ZUSAMMENFASSUNG DES SACHVERHALTS: Die Beklagten sind der Auffassung, dass die Klägerin zu 1 in einem vor dem United States Patent und Trademark Office, Patent Trial and Appeal Board, geführten Verfahren (fortan „US-Verfah- ren“) zu einem mit dem hiesigen Klagepatent verwandten Patent (US 8,868,772) jüngst Vortrag insbesondere zur Abgrenzung von auch vorliegend relevantem Stand der Technik gehalten habe, der im diametralen Gegensatz zum Vorbringen im hiesigen Verfahren stehe. Der dortige Vortrag beziehe sich auf Merkmale, die nahezu identisch zu den Merkmalen 1.2 und 1.3 des vorliegenden Klagepatents seien, und bestätige den Vortrag der Beklagten in ihrer Duplik im vorliegenden Ver- fahren. Soweit für Merkmal 1.2 relevant, habe die Klägerin zu 1 im US-Verfahren ausgeführt, dass es zu Bildstörungen kommen könne, wenn eine Videokopie zuerst kodiert und dann in Videodateien 3 unterteilt werde, weil dann nicht sichergestellt sei, dass jede Videodatei mit einem Rahmen be- ginne, der unabhängig von anderen Rahmen dekodierbar sei. Vor diesem Hintergrund vertrete die Klägerin zu 1 im US-Verfahren die Auffassung, dass das mit Merkmal 1.2 des vorliegenden Klage- patents korrespondierende dortige Merkmal dahin auszulegen sei, dass die Videokopie zunächst in die Vielzahl von Videodateien unterteilt werden müsse, ehe die Videodateien mit einer be- stimmten Bitrate kodiert werden könnten. Bei dieser Auslegung verwirklichten die angegriffenen Ausführungsformen das hiesige Klagepatent nicht. Das Verständnis der Beklagten, dass nach Merkmal 1.3 des vorliegenden Klagepatents eine Viel- zahl von sequenziellen Videodateien ohne die Durchführung der Bestimmungen gem. Merkmals- gruppe 1.4 anzufordern sei, verträten die Klägerinnen im Widerspruch zu ihren Ausführungen im vorliegenden Verletzungsverfahren nicht nur im vorliegenden Nichtigkeitswiderklageverfahren, sondern die Klägerin zu 1 vertrete dieses Verständnis auch zu den korrespondierenden Merkmalen im US-Verfahren. Lege man dieses zutreffende Verständnis zugrunde, würde der eine Typ der an- gegriffenen Ausführungsformen Merkmal 1.3 des vorliegenden Klagepatents nicht verwirklichen. Mit ihrer Antragsschrift vom 27. März 2025 beantragen die Beklagten gem. R. 9.1 VerfO: Den Beklagten wird weiteres schriftsätzliches Vorbringen zu Äußerungen der Klägerin zu 1 in einem Schriftsatz vom 28. Februar 2025 in einem vor dem United States Patent and Trade- mark Office, Patent Trial and Appeal Board, geführten Verfahren zu einem mit dem hiesigen Klagepatent verwandten Patent (US 8,868,772) gestattet, wie sie es mit dem hiesigen Schrift- satz vorbringen. GRÜNDE FÜR DIE ANORDNUNG: Der Antrag der Beklagten ist zurückzuweisen. 1. Ob ein weiterer Schriftsatz über die nach der Verfahrensordnung vorgesehenen regulären Schriftsätze hinaus zuzulassen ist, steht im Ermessen des Gerichts. Bei der Ermessensaus- übung hat das Gericht unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls die Interessen der Parteien, aber auch das Interesse des Gerichts an einer geordneten Verfahrensführung abzuwägen. Dabei sind insbesondere die Gründe zu berücksichtigen, weshalb Vortrag, des- sen Zulassung beantragt wird, nicht früher vorgebracht wurde. Dabei obliegt es dem Antrag- steller, die Gründe für eine Zulassung darzulegen. 2. Nach diesen Maßgaben kommt eine Zulassung vorliegend nicht in Betracht. a) Ob die Klägerin zu 1 in einem anderen Verfahren eine andere Auffassung zur Auslegung eines angeblich ähnlichen Patentanspruchs vertritt, ist für die Auslegung des vorliegen- den Klagepatents ohne Belang. Eine abweichende Auffassung zu einem anderen Patent gehört nicht zum zulässigen Auslegungsmaterial. b) Soweit es den Beklagten darum gehen sollte, Tatsachen zu technischen Zusammen- hängen, die in dem Vorbringen der Klägerin zu 1 in dem US-Verfahren enthalten sind, erstmals in das hiesige Verfahren einzuführen, steht einer Zulassung bereits entgegen, dass die Beklagten nicht dargelegt haben und auch sonst nicht ersichtlich ist, weshalb es ihnen nicht möglich gewesen sein soll, diese Tatsachen früher im hiesigen Verfahren vorzutragen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb die Möglichkeit der Beklagten, sich auf solche Tatsachen, bei denen es sich offensichtlich nicht um Sonderwissen der 4 Klägerin zu 1 handelt, zu berufen, davon abhängig gewesen sein soll, dass die Klägerin zu 1 sie in das US-Verfahren eingeführt hat. 3. Da dem Antrag nicht stattgegeben wird, war eine vorherige Anhörung der Klägerinnen ent- behrlich. ANORDNUNG: Der Antrag der Beklagten, ihnen weiteres schriftsätzliches Vorbringen zu Äußerungen der Klägerin zu 1 in einem Schriftsatz vom 28. Februar 2025 in einem vor dem United States Patent and Trademark Office, Patent Trial and Appeal Board, geführten Verfahren zu einem mit dem hiesigen Klagepatent verwandten Patent (US 8,868,772), wie es in ihrem Schriftsatz vom 27.03.2025 enthalten ist, zu gestatten, wird zurückgewiesen. ANGABEN ZUR ANORDNUNG Anordnung Nr. ORD_18696/2025 im VERFAHREN NUMMER: ACT_594191/2023 UPC Nummer: UPC_CFI_471/2023 Art des Vorgangs: Verletzungsklage Nr. des dazugehörigen Verfahrens Antragsnr.: 15082/2025 Art des Antrags: Vorlage für Verfahrensantrag Erlassen in Mannheim am 16. April 2025 NAME UND UNTERSCHRIFT Böttcher Berichterstatter
Key Holdings
- Request for further written submission denied.
- Arguments from parallel US proceedings deemed irrelevant for claim construction.
- Late submission not justified.
Tags
- Claim Construction
- Further Pleadings
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- Parallel Proceedings