UPC_CFI_466/2025; UPC_CFI_869/2025 – Dai Nippon v Zapp

Court
Local Division Düsseldorf
Date
Outcome
Partially Granted
Sector
Other
Decision Type
PROCEDURAL

Expert Commentary

Request for confidentiality Facts 1. A request by the defendant to consider certain information in their rejoinder as confidential. 2. The request is reasoned and also contains the persons (of the claimant) who may have access. 3. The claimant argues that the info is not confidential and alternatively wants access to be granted to a list of 10 persons. The JR: 1. Refers to Art. 9 of Directive (EU) 2016/943, Art. 58 UPCA and R. 262A RoP. 2. The protection of confidential information is not restricted to commercial information but also encompasses technical information. 3. The number of 10 persons on the list of the claimant is restricted to the first 4 that are named and two persons of the Japanese firm which cooperate with the representatives of the (Japanese) claimant. 4. With respect to translators and experts, it is not necessary to name them as they are bound to confidentiality because of their agreement (with a party). Comment This seems to be a sensible decision. Apparently, the JR does not find it necessary to put on the list translators and experts that are used by the claimant as these are bound to secrecy by their agreement anyway. However, this agreement is with the claimant. So the claimant has to make sure that these persons are bound to secrecy. As to experts, I wonder if it would not be better to mention their names and number in the R. 262A RoP decision. That way, the number of experts is clear and they are directly under an obligation of secrecy ordered by the Court.

Full Decision Text

1 Lokalkammer Düsseldorf UPC CFI 466/2025 UPC CFI 869/2025 Vorläufige Verfahrensanordnung des Gerichts erster Instanz des Einheitlichen Patentgerichts betreffend das EP 3 805 415 erlassen am 18. Februar 2026 Klägerin: Dai Nippon Printing Co., Ltd., vertreten durch die Geschäftsführung, diese vertreten durch ihren Vorsitzenden Herrn Yoshinari Kitajima, 1-1-1, Ichigaya-Kagacho, Shinjuku-ku, Tokyo 162- 8001, Japan vertreten durch: Rechtsanwalt Dr. Soenke Fock, Rechtsanwalt Thorben Strich, Rechtsanwalt Jan-Caspar Maiers, Rechtsanwalt Alex-Christian Lesch, Wildanger Kehrwald Graf von Schwerin & Partner mbB Rechtsanwälte, Couvenstraße 8, 40211 Düsseldorf, Deutschland Patentanwalt Dr.-Ing. Jochen Kapfenberger, Patentanwalt Georg Tully, Patentanwalt Dr. Frederik Tenholt, Cohausz & Florack Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB, Bleichstraße 14, 40211 Düsseldorf, Deutschland elektronische Zustelladresse: DNP-Zapp-EP415@wildanger.eu Beklagte: 1. Zapp AG, vertreten durch den Vorstand, Dr. Stefan Seng (Vorstandsvorsitzender) und Daniela Scheidsteger, Letmather Straße 69, 58239 Schwerte, Deutschland 2. Zapp Precision Metals GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Malte Edward Dotzel, Edo Ollermann, Dr. Evelin Ratte, Britta Van Beurden, Letmather Straße 69, 58239 Schwerte, Deutschland Beklagte zu 1) und 2) vertreten durch: Rechtsanwalt Holger Stratmann, Rechtsanwalt Dr. Henrik Vocke, Rechtsanwalt Philipp Zambelli, HOFFMANN EITLE Patent- und Rechtsanwaltsgesellschaft mbB, Arabella-straße 30, 81925 München, Deutschland 2 STREITPATENT: EUROPÄISCHES PATENT NR. 3 805 415 SPRUCHKÖRPER/KAMMER: Lokalkammer Düsseldorf MITWIRKENDE RICHTER: Diese Anordnung wurde durch die rechtlich qualifizierte Richterin und Berichterstatterin Dr. Zhilova erlassen. VERFAHRENSSPRACHE: Deutsch GEGENSTAND: R. 262A VerfO – Schutz vertraulicher Informationen KURZE DARSTELLUNG DES SACHVERHALTS UND DER ANTRÄGE DER PARTEIEN 1. Mit der Duplik im Verletzungsstreit, Replik zur Nichtigkeitswiderklage und Erwiderung auf den Änderungsantrag haben die Beklagten einen Antrag auf Geheimhaltung einge- reicht. Mit dem Schriftsatz vom 5. Februar wurde dieser Antrag klargestellt. Damit wurde auch eine berechtigte Fassung der Duplik eingereicht (Anlage HEA2). Weitere Klarstel- lungen und Anträge bezüglich des Personenkreises, dem Zugang zu den vertraulichen Informationen gewährt werden müsse, wurden mit dem Schriftsatz vom 9. Februar 2026 vorgebracht. 2. Die Beklagten haben die in den Randnummern 303, 304, 305, 306, 316, 317 und 324 enthaltenen Informationen sowie die ungeschwärzten Fassungen der Anlagen HE 137, HE 138, HE 139, HE 140, HE 144 und HE 145 als Geschäftsgeheimnisse oder vertrauliche Informationen im Sinne des Art. 58 EPGÜ gekennzeichnet (Antrag I). Diese Informationen wurden tabellarisch im Schriftsatz vom 5. Februar 2026 dargestellt: Randnummer / Inhalt Anlage Rn. 303 - 306 Rn. 316 - 317 Informationen, die die Beklagten mit einem Rohmateriallieferanten ausgetauscht ha- ben Rn. 324 Interner Testbericht der Beklagten zu 2 Anlagen HE 137 HE 138 und 139 HE 140 HE 144 und HE 145 Schriftliche Zeugenaussage Dr. Barani Inhalt PowerPoint Präsentationen – Rohmateriallieferanten Inhalt PowerPoint Präsentationen – potentieller Kunde Interner Testbericht der Beklagten zu 2 3 3. Weiter haben die Beklagten beantragt (zusätzlich mit dem Schriftsatz vom 9. Februar 2026): II. den Zugang zu den unter I. als vertraulich eingestuften Informationen ausschließlich: a. den anwaltlichen Vertretern der Klägerin sowie deren Kanzleipersonal, b. zwei natürliche Personen der Klägerin, c. den Dolmetschern, die einer beruflichen und/oder vertraglichen Verschwieg enheitspflicht unterliegen, für die deutsch-japanische und/oder englisch-jap anische Übersetzung, d. den etwaigen Parteisachverständigen und e. einem Rechts- oder Patentanwalt der japanischen Kanzlei Kyowa Patent and Law Office, zu gewähren, sofern die Klägerin die Namen dieser Personen vorab schriftlich mitteilt und diese Personen den Anordnungen nach Ziffer III. und IV. des Geheimnisschutzantrags unter- liegen. III. anzuordnen, dass die unter I. als vertraulich eingestuften Informationen von den unter II. genannten Personen streng vertraulich behandelt werden und insbeson- dere nicht an andere Personen weitergegeben oder für andere Zwecke als das vor- liegende Verfahren verwendet werden dürfen, es sei denn, sie werden außerhalb dieses Verfahrens davon Kenntnis erlangen. Diese Verpflichtungen gelten auch nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens weiter und enden, wenn das Gericht die Vertraulichkeit der unter I. als vertraulich eingestuften Informationen durch eine endgültige Entscheidung oder Anordnung aufgehoben hat oder sobald die un- ter I. als vertraulich eingestuften Informationen Personen bekannt werden oder für Personen, die in der Regel Zugang zu solchen Informationen haben, leicht zugäng- lich sind; IV. anzuordnen, dass das Gericht im Falle eines schuldhaften Verstoßes gegen die un- ter Ziffer II. oder III. beantragte Anordnung für jeden solchen Verstoß ein Zwangs- geld verhängen kann, das unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls ge- mäß R.354.3 VerfO festgesetzt wird; V. die Öffentlichkeit von der Zwischenverhandlung und/oder der mündlichen Verhand- lung während der direkten oder indirekten Erörterung der unter I. als vertraulich eingestuften Informationen und/oder von der Verkündung der Urteilsbegründung auszuschließen, soweit die unter I. als vertraulich eingestuften Informationen erör- tert werden; VI. alle Informationen, die unter I. als vertraulich eingestuft sind, vor der Veröffentli- chung der Entscheidungen, Anordnungen oder sonstigen Bekanntmachungen zu schwärzen; VII. die unter I. als vertraulich eingestuften Informationen von der Einsichtnahme durch Dritte und von der Veröffentlichung im Register oder durch andere Mittel der Offenlegung auszunehmen. 4. Gegen die genannten Informationen hat die Klägerin Einwände erhoben. Sie hat geltend gemacht, dass die Informationen nicht geheimhaltungsbedürftig seien, da ein Großteil

Key Holdings

  • Confidential information protection under Art. 58 UPCA and R. 262A RoP extends to technical information, not just commercial.
  • The number of persons granted access to confidential information can be restricted by the court.
  • Translators and experts do not necessarily need to be named on an access list if they are already bound by confidentiality agreements with a party.

Tags

  • Confidentiality
  • Procedure

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